Der Typ mit dem Dosenladen und die Geschichte dahinter
Winter 1998 – Wohnzimmer im Elternhaus - München
Am Anfang waren da die
Baggy-Pants und die bunten Schuhsolen. Die Lust auf Beats bauen und
mit den Jungs in einem kleinen Studio Pläne schmieden.
Wahrscheinlich war das einzig ungemütliche damals, in den Norden
Münchens fahren zu müssen und jedes Mal zu riskieren, von den
Ordnungsbehörden mit klackerndem Gepäck erwischt zu werden. Aus
dieser Not heraus und um günstig an Dosen zu kommen musste
letztendlich Papas Gewerbeschein herhalten. So wurde schnell aus der
Garage ein provisorischer Dosenladen. Aus Keno der Frontmann von Moop Mama, Toni wurde zu FaToni und Chris
wurde zum Dosenladenbesitzer (Kick). KämmerlBeats. Jeder der Jungs auf
seinem Weg, aber alle aus Liebe zum Hip Hop und der damit verbundenen Kultur.
In Chris‘ Garage wurde es schnell zu eng und Dosen kann man nie genug haben.
Also nächste Station: Linz. Auf Tour mit bekannten Breakers durch Stuttgart, Bregenz, Innsbruck und letztendlich fand sich die gesamte Crew in der österreichischen Großstadt beim Malen wieder. Was Graffitiläden betraf, war Linz ein trauriges Pflaster. Also rollte kurzerhand ein Lastwagen vollgestopft mit Kannen über die österreichische Grenze. Wir schreiben das Jahr 2001, der zweite Laden war eröffnet.
Leider sollte das die
erste herbe Enttäuschung für Chris auf einem steinigen Weg werden,
denn 2003 wurde der Psychic-shop in Linz wieder geschlossen.
Die Reise ging weiter nach Augsburg – weit und breit keine Konkurrenz und immer noch die große Vision vor Augen.
Mit 500 Euro
zusammengekratztem Warenbestand, 15 verschiedenen Farben und ner Hand
voll Markern kann man schon noch bissl was anfangen, vor allem nicht
aufgeben. Wohnung und Laden in denselben Räumlichkeiten, Vorderer
Lech 10. Ein Kampf ums Überleben bis endlich 2005 wieder eine volle
Dosenwand bessere Zeiten ankündigte. Nur kam dann wieder einer
dieser Vermieter, dem die vollgestickerte Fallrohrdachrinne plötzlich
nicht mehr gefiel. Die Folge: Dosenladen und Besitzer standen wieder
auf der Straße.
Nach ein paar Monaten Stillstand nur mit Dosenverkauf im Wohnzimmer - ein neuer Anlauf.
2006 - der Psychic-shop existierte wieder
Zwar auf engstem Raum zusammen mit Richard B., in dessen damaliger Druckagentur namens „Monofile“, aber 15qm Verkaufsfläche in der Altstadt waren fürs erste genug. Die Schmiedgasse 9 öffnete mehrere Türen: sowohl der Siebdruck kam ins Spiel wie auch der Sitz im Stadtjugendring. Die Hall of Fame (erste legale Fläche Augsburgs, Anfang der 90er), gegründet von TAF (Codiak, Smatik, Besok), war trotz Legalität ein Dorn im Auge der Stadt und sollte wieder geschlossen werden, stelle sich niemand der Verantwortung. Thomas M., Dani T. und Chris nahmen sich der Sache an und erstellten das Konzept „Schwabenwand“. Damit alles Hand und Fuß hatte wurde kurz drauf der 1. Graffiti-Verein der Stadt Augsburg gegründet, mit Dani und Chris im Vorstand.
Bis 2016 vergrößerte
sich der Shop Raum für Raum:
Ein Folienplotter, ein Siebdruckkarussell und neue Dosenregale erweiterten das Sortiment. Nur irgendwann wurde die Schmiedgasse dann doch zu eng und im Juni 2016 kam endlich der lang ersehnte Schritt: der Umzug in einen ordentlich großen Laden. Mehr Platz, mehr Licht, mehr Präsentationsfläche und der GTX Digitaldrucker. Der Sparrenlech 6 brachte ganz neue Möglichkeiten mit sich. Das Leben allerdings auch und Chris war plötzlich nicht mehr nur der Typ vom Dosenladen, sondern Besitzer seiner eigenen Siebdruckerei und noch dazu Papa. Bald konnte er nicht mehr selbst hinter der Theke stehen und Vera kam ins Spiel. Sie schmiss den Laden bis 2019 und dann war wieder eine schwere Entscheidung fällig: Würde der Psychic-shop endgültig geschlossen werden müssen?
Ach Quatsch.
Man macht einfach was noch größeres draus. Nämlich ne GmbH mit online-shop. Lorenzo wurde 2021 Geschäftsführer, nachdem er sich über 3 Jahre für den Psychic-shop & die Druckerei eingesetzt hatte. Er kümmert sich um den Laden und Chris um die Druckerei im Hintergrund. Und wenn sie nicht in Arbeit erstickt sind, dann geben sie noch heute ihr Bestes damit die Städte bunt bleiben.
2025 bis 2026 GOTS zertifiziert Qualität & nachhaltige Produktion
Im Jahr 2025 haben sowohl unser Shop als Händler als auch unsere Produktionsstätte erfolgreich eine Zertifizierung nach den neuesten und höchsten Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards erhalten. Diese Auszeichnung war für uns ein bedeutender Meilenstein und unterstreicht unser klares Bekenntnis zu verantwortungsvoller Produktion, nachhaltigem Handeln und gleichbleibend hoher Qualität.
Warum wir das Zertifikat nicht verlängert haben
Ab 2026 haben wir uns bewusst gegen eine Verlängerung der jährlichen Zertifizierung entschieden. Der finanzielle Aufwand für das wiederkehrende Zertifikat würde unsere Preisgestaltung erheblich beeinflussen. Unsere Priorität liegt jedoch klar bei unseren Kundinnen und Kunden: Wir möchten faire und stabile Preise anbieten – ohne künstliche Preiserhöhungen, die ausschließlich durch Zertifizierungskosten entstehen.
Unsere Standards bleiben unverändert
Auch ohne offizielle Verlängerung des Zertifikats produzieren wir weiterhin nach denselben hohen Standards wie in den Jahren zuvor. Nachhaltigkeit, Qualität und Verantwortung sind für uns keine Frage eines Siegels – sondern Teil unserer täglichen Arbeit und unserer inneren Überzeugung.
PDF
Streetstore
Showroom
Unsere "Krake" Textildruckbereich:
Fläche: 480 x 680mm
Farben: 6 Halbautomat & Handkarusell
Unser Großformatdruck Raum:
Rollenbreite: 1600 mm Digitaldruck & Tangentialer Rollenplotter
Farben: 9 (Schwarz, Cyan, Hell-Cyan, Magenta, Hell-Magenta, Gelb, Weiß, Optimizer, Overcoat)
Grafischer Siebdruckbereich
Formate bis: 1400 x 1000 mm | halb-und dreiviertel Flachbett-Siebdruckmaschine
Höhe: 40 mm